Ester Abrami: Klassik für ein modernes Publikum


Esther Abrami begeistert mit ihrem Debütalbum

Von Peter Osteried

„Es gibt schlechte alte Violinen und gute neue.“


ESTHER ABRAMI

Esther Abrami

(Sony Classical)

Erscheint am 25. März

Die Violinistin Esther Abrami begeistert mit ihrer Musik und findet mit den sozialen Medien ein Publikum, das mit Klassik nicht unbedingt große Berührungspunkte hatte. Die quirlige Musikerin, die auch als Brand Ambassador für verschiedene Firmen tätig ist und bisweilen modelt, stellt nun ihr Debütalbum vor. Der simple Titel: Esther Abrami. Er ist eine Reflektion ihrer selbst und ihrer Musik – sie möchte sich dem Publikum damit vorstellen.

 

Esther Abrami wurde 1996 in Aix-en-Provence in Frankreich geboren. Die Musik war ihr praktisch in die Wiege gelegt. Ihre Großmutter war Violinistin, wie es aber zu ihrer Zeit üblich war, gab sie die Musik auf, als sie heiratete. Ihre Violine besaß sie aber auch weiterhin und reichte sie an Esther Abrami weiter. „Ich war drei oder vier Jahre alt, als meine Großmutter sie mir gab. Sie faszinierte mich, aber damals nahm ich nicht gleich Unterricht. Als ich etwa neun Jahre alt war, überzeugte ich meine Eltern, dass die Geige meine Passion ist. Dann begann ich, Unterricht zu nehmen.“

Abrami erwies sich sehr schnell als sehr begabt. Schon in frühen Jahren war sie virtuos mit der Violine. So sehr, dass ihr die Beare’s International Violin Society eine Geige aus dem 17. Jahrhundert von Carlo Giuseppe Testore zur Verfügung stellte. Seit etwa drei Jahren spielt sie mit einer von Jean Baptiste Vuillaume. „Sie wurde mir als Langzeitleihe gegeben. Ein sehr großzügiger Spender war dafür verantwortlich.“

 

Abrami hat mit YouTube-Videos ein junges Publikum für Klassik interessiert. In einem ihrer Videos zeigt sie auch den Unterschied im Klang einer Stradivari und eines modernen Instruments. „Es gibt schlechte alte Violinen und gute neue. Aber die alten Violinen der großen Meister kann man gut mit Wein vergleichen. Je älter sie werden, desto besser werden sie auch. Je mehr man ein Instrument spielt, desto mehr öffnet es den Ton. Bei einem neuen Instrument ist der Klang darum niemals so wie bei einem alten. Diese Violinen wurden von so vielen Künstlern vor mir gespielt, dass sie selbst zu Kunstwerken wurden. Diese Instrumente sind heutzutage nicht nur so teuer, weil sie alt und von berühmten Geigenbauern sind, sondern auch, weil man heute gar nicht mehr in der Lage ist, ein Instrument so zu fertigen.“

 

Auf ihrem Album finden sich nicht nur Werke von Tschaikowsky, Rachmaninoff, Mozart und Ravel, sondern auch ganz neue Musik: „Ich wollte Stücke, die verschiedene Schichten meines Publikums ansprechen. Liebhaber von Klassik, aber auch moderne Musik. Die Mixtur gefällt mir, so wie mir moderne Musik auch gefällt, weil man im Gegensatz zu den Klassikern die Möglichkeit hat, mit den Komponisten zu sprechen.

 

Sie sprach auch mit Rachel Portman, einer Komponistin, die sehr viel Filmmusik gemacht hat, darunter für den romantischen Film Chocolat. Das Titelthema findet sich auch auf dem Album. „Rachel Portman ist eine große Inspiration für mich“, sagt Abrami. „Ich liebe ihre Musik und in dem Stück gibt es eine tolle Passage für die Violine. Ich schrieb ihr also und hoffte auf das Beste, als ich meine Liebe für ihre Musik erklärte und bat, ob sie ein Geigenarrangement des Stücks für mich machen könnte. Sie antwortete, war begeistert und wir trafen uns dann auch. Das ist hoffentlich nicht unsere letzte Zusammenarbeit.“

 

Hätte es mit Rachel Portman nicht geklappt, wären andere Komponisten für Filmmusik zum Zug gekommen. Abrami hat eine kleine Liste erstellt, wessen Musik sie gerne spielen würde. Ein deutscher Name findet sich auch darunter: „Es gibt so viel tolle Filmmusik, die ich in Betracht gezogen habe, darunter auch einiges von Hans Zimmer.“


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