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No More Good Girl


Madeline Juno teilt kleine Geheimnisse mit ihren Fans

„Ich bin erwachsen geworden und habe mir hart antrainiert, weniger People-Pleasing zu betreiben. Deshalb sage ich auch mal meine Meinung und bin nicht länger dieses ewige Good Girl von nebenan.“


TEXT: Arne Kupetz

MADELINE JUNO

Anomalie Pt. 1

(Embassy Of Music)

Erscheint am 13. Juni

So elektronisch und tanzbar wie auf Anomalie Pt. 1 hat man Madeline Juno selten gehört. Das siebte Werk der Wahl-Berlinerin ist ein Doppelalbum geworden, auf dem die Singer-Songwriterin ihre Musikalität und ihre Sicht auf das Leben mutig abklopft und nahbar formuliert.

 

„Die größte Konstante, die ich verinnerlicht habe, ist es, ehrlich zu sein – das ist mein wichtigster Kompass“, zeigt sich die Künstlerin überzeugt. „Das ist die einzige Garantie, um am Ende sagen zu können, dass die Songs wirklich gut sind. Ich weiß, wie wichtig Ehrlichkeit ist. Ein Teil davon ist auch, Leuten eine Stimme zu geben, die selbst keine Songs schreiben können oder nicht die Möglichkeit haben, irgendein anderes Sprachrohr zu finden. Das ist eine große Verantwortung, der ich mir sehr bewusst bin.“

 

Die Beziehung zwischen Madeline Juno und ihren Fans ist innig und reicht tief: „Das ist mir sehr wichtig, und deshalb gibt es in den letzten Jahren immer mehr Brücken zwischen einzelnen Stücken, ohne offensiv zu betonen, dass ein Lied die Weiterführung eines anderen ist. Dennoch weiß ich, dass es meinen Fans auffällt, weil es diese intensive Verbindung zwischen uns gibt. Nur deshalb kann ich bestimmte Sachen verstecken, Anekdoten wieder aufgreifen oder Teile leicht verändert wiederverwenden. Die Fans checken das, und das ist dann unser kleines Geheimnis.“

 

Gleichzeitig gibt es auch viel Neues: „In den Köpfen vieler Leute bin ich eine klassische Singer-Songwriterin, denn so hat man mich kennengelernt und so klingen auch Teile meiner Musik, also sehr Indie, akustisch – echte Musik und echte Instrumente“, weiß Madeline Juno. „Für dieses Album wollte ich, dass die Texte wieder den Tiefgang haben, den ich brauche, um glücklich zu sein. Von der Produktion her ist es aber eine andere Geschichte. Wir sind viel elektronischer unterwegs, wie bei meiner ersten EP auf Deutsch. Damals habe ich mich auf das Handgemachte besonnen, doch Anomalie Pt. 1 fällt nun viel elektronischer und tanzbarer aus.

 

Dazu gibt es oft einen doppelten Boden: Die Musik spiegelt etwas anderes wider als die Texte. Die Worte besitzen Schwere, während die Musik das Gegenteil darstellt. Das finde ich total spannend.“ Der Grund dafür liegt auf der Hand: „Ich bin erwachsen geworden und habe mir hart antrainiert, weniger People-Pleasing zu betreiben“, so die Künstlerin. „Deshalb sage ich auch mal meine Meinung und bin nicht länger dieses ewige Good Girl von nebenan. Meine Themen sind die einer erwachsenen Frau, die sich traut zu sagen: „Ich bin da und mache das nicht erst seit gestern“.“

 

So selbstbewusst wie diese Aussagen, klingt auch das neue Album von Madeline Juno: „Spätestens seit dem Zeitpunkt, als ich von Englisch auf Deutsch gewechselt bin und alle meinten, dass ich das nicht machen könne, frage ich stets: „Warum nicht?“ Damals habe ich für mich beschlossen, nur noch das zu tun, was mich glücklich macht. Nur dann kann ich selbst an mich glauben. Wenn ich mir selbst nicht glaube, wer soll es dann tun? Das hat sich immer weiter geformt. Heute mache ich zu 100 Prozent das, was ich für gut heiße.“


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